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Der MDR1-Defekt
(leicht gekürzter Aufsatz von Sabine Mosler)
MDR ist die Abkürzung für „Multi Drug Resistance“. 
Das MDR1-Gen ist zuständig für die Bildung von P-glycoprotein (P-gp). 
P-gp wird benötigt für den Membrantransport von Stoffen
(ZB Medikamente oder anderen Substanzen). Pgp wird auch benötigt in: 

Leber/Niere/Dünn- und Dickdarm/Blut-Hirn-Schranke/Blut-Hoden-Schranke/Blut-Plazenta-Schranke 
Hunde mit MDR1-Defekt sind also nicht nur im Gehirn betroffen. 
Das Gehirn ist mit Blutgefäßen durchzogen, die es mit Sauerstoff, Nährstoffen etc. versorgen. 
Hierzu ist die Innenwand der Blutgefäße mit Endothelzellen ausgekleidet. 
Diese muss man sich wie kleine, dicht schließende Schleusen vorstellen.
In den Endothelzellen befinden sich sogenannte selektive Membrantransporter. Selektiv, weil sie
jeweils bestimmte Stoffe, die gerade benötigt werden, gezielt aus dem Blut selektieren und ins
Gehirn transportieren. Das können z.B. Aminosäuren, Vitamine, Mineralstoffe oder Glukose sein.

Durch einen entgegengesetzten Efflux durch Membrantransporter schützt sich das Gehirn 
vor dem Eindringen von Fremdstoffen. 
Die meisten Fremdstoffe wie Arzneimittel, Umweltgifte etc. sind lipophil, was soviel bedeutet 
wie fettliebend. Sie haben die Angewohnheit, sich an Fett zu binden und dort anzureichern. 
Lipophile Stoffe können die Membranbarriere der Blut-Hirn-Schranke überwinden, werden 
sie nicht durch MDR1 zurückgehalten. 
Entdeckt wurde das MDR1 1976 in Zellen (CHO), die gegen Chemotherapie resistent waren. 
Die funktionierende Schranke in der Zelloberfläche machte diese Krebszellen dabei 
unangreifbar. 
Schon 1983 berichtete W.C. Campbell über einen Wirkstoff namens Ivermectin, der eine 
wirkungsvolle Waffe gegen Parasiten darstellte, - und zwar sowohl gegen innere wie auch 
äußere. Das war revolutionär, denn bis dahin konnte man entweder innere oder äußere 
Parasiten bekämpfen (oder man musste zwei Wirkstoffe miteinander kombinieren), ein so 
praktisches Allroundpräparat hatte es zuvor nicht gegeben. 
Aber bereits im selben Jahr berichtete R.L. Seward über unerwünschte Reaktionen von 
Hunden, denen Ivermectin verabreicht worden ist. In der Hauptsache handelte es sich dabei 
um Collies. Man nannte diese Collies fortan „Ivermectin-sensitive Collies“ (ISC). Wir sehen 
also, dass diese Überempfindlichkeit nicht erst seit Gestern vorhanden ist. 
Für Ivermectin-sensitive Collies ist eine Dosis von 200 µg/kg Körpergewicht Ivermectin tödlich!
Andere (ohne MDR1-Defekt) tolerieren 2000 µg/ kg Körpergewicht, also das Zehnfache ! 
Die Folgen nach einer normal dosierten Gabe von Ivermectin (oder anderen Avermectinen) 
bei den betroffenen Tieren können wie folgt aussehen: 
Ataxie - Tremor  -Desorientiertheit  -Hypersavilation  -Mydriasis - Überempfindlichkeit
gegen taktile (berührende) und akustische Reize - Koma - Tod 
In den allermeisten Fällen ist die Gabe von Ivermectin in entsprechender Dosis für ISC oder 
andere betroffene MDR1(-/-) - Hunde tödlich. Man kann versuchen, den Hund durch 
intensivmedizinische Behandlung zu stabilisieren, allerdings hilft das nur selten. 
Fragen Sie also niemals NACH der Verabreichung eines Medikamentes/Insektizides, ob Ihr 
MDR1- defekter Hund dieses verträgt. Viel kann man im Nachhinein nämlich nicht mehr tun. 
Auch sind bleibende Schäden nach einem länger andauernden Koma nicht auszuschließen, 
weder im Hirn noch an den Organen, Leber, Niere, Darm etc. 






Von 333 getesteten Australian Shepherds erwiesen sich 67,9 % als +/+ = nicht betroffen, 
 25,2 % als +/- = Träger 
 6,9 % als -/-    = betroffen. 
Es stehen uns Aussie-Züchtern also (wenigstens theoretisch) 2/3 Hunde unserer Rasse 
als mögliche freie Zuchtpartner (+/+) zu unseren (-/-) - Hunden oder (+/-) - Hunden zur 
Verfügung, - sofern diese getestet wären jedenfalls. 
Bestimmte Arzneistoffe (nicht nur Ivermectin) verursachen beim MDR1(-/-) betroffenen 
Hund nicht nur eine höhere Anreicherung im Gehirn, sondern auch in der Leber. 
Denn die Ausscheidung der Wirkstoffe funktioniert nicht mehr richtig. Nach 90 Min. stellt man
eine starke Anreicherung im Hirn und den Hoden fest. Der Wirkstoff staut sich in der Leber, 
wird viel zu langsam ausgeschieden. Die Ausscheidung im Darm ist sehr vermindert
der Blutspiegel viel höher als normal. 

Hier einige Beispiele: 
Ivermectin: 87 x höher im Hirn 
Digoxin: 35 x höher im Hirn 
Loperamide: 13 x höher im Hirn 
Therapiezwischenfälle gab es nach Gaben von Ivermectin, Moxidectin, Doramectin und 
Loperamid. 
Es ist wissenschaftlich dokumentiert, dass -/- Collies schon in geringen Dosen daran 
sterben. 

MDR1 -/- betroffenen Hunde reagieren möglicherweise auch auf andere Medikamente sensibler.
Vielleicht sind diese Reaktionen im Zusammenhang mit dem sogenannten 
Overload-Effekt *1 zu sehen. 
1* Definition Overload-Effekt: fettlösliche Substanzen (Medikamente haben oft diesen 
Aufbau) reichern sich im Fettgewebe an. Der MDR1-betroffene Hund (-/-) scheidet diese 
Substanzen viel, viel langsamer aus als ein defektfreier Hund. Werden jetzt noch mehrere 
Dosen nacheinander nachgereicht (Tabletten, Spritzen oder Infusionen über mehrere Tage), 
werden die Speicher überfüllt, sozusagen das Fass zum Überlaufen gebracht. 
Narkosen, das sei hier noch einmal ausdrücklich betont, haben immer ein gewisses Risiko, 
auch bei einem pupsgesunden und defektfreien Hund! Narkosen sollen die Blut/Hirnschranke 
überwinden, wie sollten sie sonst auch wirken? Sie sind darauf ausgelegt. Auch jedes 
Medikament kann neben der erwünschten Wirkung jeweils Nebenwirkungen haben. 
MDR1 Gentest
Wird eine DNA-Sequenz vorzeitig abgebrochen nennen wir das eine Mutation. 
Eine solche liegt auch beim MDR1-Defekt vor. 
Bei einem -/- - Hund haben beide MDR1-Genprodukte (= P-gp) nur 91 Aminosäuren. 
Ein intaktes Gen hätte hingegen 1282 Aminosäuren (intaktes Protein). Schon ein Vergleich 
dieser Zahlen lässt einen vermuten, dass es sein könnte, dass ein solch mutiertes Protein seine 
Funktion wahrscheinlich nur sehr schlecht oder gar nicht erfüllen kann. 
Wie funktioniert der DNA-Test? 
Aus der Blutprobe wird DNA isoliert. Dann wird eine Polymerase Kettenreaktion ausgeführt 
(PCR), hier findet man dann den interessierenden Teil des MDR1-Gens millionenfach 
vervielfältigt. Dabei unterscheiden sich die Produkte, welche von einem intakten (+) und 
einem defekten (-) MDR1-Gen abgelesen wurden in ihrer Länge. Diese wird in einer 
sogenannten Elektrophorese bestimmt, bei welcher eben die PCR-Produkte ihrer Länge nach 
aufgetrennt werden. So erfolgt schließlich die Zuordnung, ob das getestete Tier -/-, +/- oder 
+/+ ist. 
Ivermectin ist ein Antiparasitikum und es gibt weitere ähnlich aufgebaute 
Verbindungen, die für MDR1(-/-) - Hunde gefährlich sein könnten. Dies ist in der Hauptsache 
die Gruppe der Avermectine und Milbemycine. Diese haben eine lange Halbwertzeit (bauen 
sich sehr langsam im Körper ab). 
Bitte nehmen Sie Abstand davon, Ihren Hund mit Ivermectin, Doramectin, oder Moxidectin 
(alles Avermectine) zu behandeln, sofern dieser MDR1(-/-) getestet ist! 
Hier gibt es zahlreiche Berichte über Behandlungszwischenfälle (auch mit Todesfolge). 
Mit Vorsicht sollten Präparate angewendet werden, welche Selamectin oder Milbemycinoxim 
enthalten. Hier darf in keinem Fall zu hoch dosiert werden und Selamectin sollte auf keinen 
Fall oral angewendet werden. 
Auf meine Frage, die ich übrigens auch C.A. Sharp während ihres Genetik-Seminars 2005 in 
Deutschland stellte, ob der MDR1-Defekt möglicherweise ähnliche Anfälle auslösen könnte 
wie Epilepsie (mir sind Berichte bekannt, dass Hunde nach der Gabe von Parasitika 
krampften, - nach Absetzen dieser aber nie wieder), antwortete Dr. Geyer, dass er das für 
durchaus möglich hielt, aber keine wissenschaftlichen Erkenntnisse vorlägen. C.A. Sharp sah 
hier zum damaligen Zeitpunkt keinen Zusammenhang. Ich persönlich finde es, ohne 
wissenschaftlichen Ansprüchen gerecht werden zu wollen, mehr als naheliegend, dass ein 
MDR1-Defekt Schaden im Gehirn anrichten kann und daher nach Verabreichung bestimmter 
Substanzen womöglich auch Krampfanfälle auslösen kann. 
Ich bitte darum, diesen Aufsatz gerne zu verbreiten und sollten Sie Züchter oder Besitzer 
einer der betroffenen Rassen sein, so unterstützen Sie durch Testung Ihres/Ihrer Tiere/s die 
Arbeit der Wissenschaftler in der Universität Gießen! Und schützen Sie Ihr Tier vor einer 
möglichen riskanten Behandlung. Es gibt in den allermeisten Fällen sichere 
Ausweichsubstanzen. 
Nein, ich will nicht diskutieren, ob es andere Prioritäten in der Zucht gibt, 
ich würde auch erst Epi wegzüchten wollen und dann MDR1, - 
am liebsten aber beides direkt und zugleich. 
Soweit mir bekannt ist, ist es äußerst schwierig, einen epilepsiekranken, herzkranken oder 
krebskranken Hund, der einen MDR1(-/-) - Status besitzt, effektiv zu behandeln. Da 
zumindest meine Rasse (Aussies) sehr wohl mit diesen Krankheiten in ernstzunehmender 
Anzahl zu tun hat, ist das noch ein zusätzlicher Punkt, der es mir angeraten sein lässt, den 
MDR1-Defekt nicht nur mit Ivermectin in Zusammenhang zu bringen und in der Zucht zu 
berücksichtigen.
Hier bitte aber auch nicht überreagieren und in Hysterie verfallen, MDR1 ist ein weiterer,
wichtiger Punkt. Wir können meines Erachtens derzeit nicht alle Träger und 
Betroffenen aus der Zucht nehmen, das hätte gesamtpopulär fatale Folgen wiederum. 
Gerne dürfen Sie mich hierzu weiter befragen, meine Homepage (die auch eine Seite mit Links
zur Gesundheit und eine Übersetzung eines interessanten Artikels von C.A. Sharp zum Umgang 
mit Trägertieren in der Zucht beinhaltet) und E-Mail ist am Schluss des Aufsatzes angegeben. 
Bitte informieren Sie auch ihre Tierärzte und Ihre Hundefreunde. Viele wissen hier um den 
neuesten Stand der Wissenschaft noch nicht. Der MDR1-defekte Hund ist im Falle einer 
Erkrankung einfach erhöhten Risiken ausgesetzt. Die Universität Washington hat erste 
Anhaltspunkte dafür, dass auch +/- Hunde (also Träger) reagieren können, wenn auch nicht so 
heftig wie die Betroffenen. In